Mädchen denkt sie hat die Grippe, verliert dann beide Beine


Unsere Gesundheit ist so zerbrechlich, und doch wird sie von so vielen für selbstverständlich genommen. Das ändert sich, je älter wir werden, aber als Jugendliche denken wir nicht daran, was später kommen kann. Erst wenn man ständig ein anderes Zipperlein an sich fest stellt, wird es zum Thema. Zum Problem wird das nur hin und wieder, so lange man jung ist. Viele verharmlosen dann auch ihre Krankheit, weil die einzelnen Symptome nicht so wichtig erscheinen. Und doch ist da eine Krankheit, welche man als Jugendlicher immer im Hinterkopf behalten sollte, besonders, wenn man grippeähnliche Symptome aufweist. Diese Krankheit heißt Meningitis.

Bei der Meningitis entzünden sich die Membranen im Gehirn, man wird lethargisch und es wird unmöglich, sich schnell zu bewegen. Die Krankheit greift vor allem Jugendliche an. Bei Kindern und Babys, Jugendlichen und jungen Erwachsenen verbreitet sich die Krankheit schnell, da sie sich vor allem in Schulen, Kindergärten, Wohngemeinschaften und Krabbelgruppen bewegen. Auch Charlotte Hannibal hat die Krankheit kennen lernen müssen.

Charlotte kommt aus Nottinghamshire, Großbritannien und war ein Mädchen wie jedes andere, als sie an der Universität angenommen wurde. Sie lebte mit einer ganzen Schar junger Menschen in einem Wohnheim und hatte viele Freunde, sie war oft unterwegs und traf sich gerne mit anderen. Sie lebte eben das Leben eines Teenager-Mädchens. Aber Charlotte bekam durch ihr hohes soziales Leben eine Krankheit, die sie fast umgebracht hätte und ihr Leben für immer verändern sollte. Es war eine Wochenendnacht, als Charlotte mit ihren Freunden auf eine Party ging. Alles war wie immer, nur dass sie am nächsten Tag mit Grippesymptomen aufwachte. Sie glaubte an eine Grippe oder Erkältung, die sie sich eben auf der Party zugezogen hatte. Aber sie verschätzte sich, denn sie war an einer bakteriellen Meningitis erkrankt.

Am Montag danach konnte sie nicht mal am Unterricht teil nehmen, Dienstags rief sie ihren Vater an. Dieser kam und nahm sie mit ins Krankenhaus. Die gesamte Familie versammelt sich dort, denn Charlottes Vater ist klar, dass es seiner Tochter nicht gut geht. Vermutlich hat er seiner Tochter das Leben gerettet.

Charlotte hatte kalte Hände und Füße, ihr Magen fühlte sich sehr aufgeblasen an und die Nieren schmerzten. Auch war ihr dauernd übel, ihre Gelenke waren sehr steif und sie war hoch lichtempfindlich. Die Ärzte dachten sofort an Meningitis, weshalb sie Charlotte auf die Intensivstation verlegten. Sie war erst wenige Tage krank, aber konnte schon nicht mehr selbstständig laufen. Neben der Meningitis hatte sich auch eine Sepsis gebildet, eine Blutvergiftung, was eine lebensbedrohliche Komplikation bedeutete.

17 Tage wurde Charlotte in ein künstliches Koma gelegt und kämpfte um ihr Leben. Ihre Organe drohten zu versagen, aber die Ärzte konnten sie am Leben erhalten und aus dem Koma wieder aufwecken. Die Sepsis aber war immer noch da und sprach auf keine Behandlung an. Leider verursachte sie eine Nekrose – was heißt, dass Teile des Körpers absterben. Charlottes Füße, ihre Finger, die Spitze ihrer Nase wurden schwarz und starben langsam ab.

Zwei Monate lag das Mädchen schon im Krankenhaus, dann mussten die Ärzte die Unterschenkel und mehrere Finger amputieren, um die Infektion einzudämmen und ihrer Herr zu werden. Hätten sie sich anders entschieden, hätten ihre lebenswichtigen Organe nach und nach versagt.

Ein Jahr ist seither vergangen, Charlotte lebt. Sie hat Prothesen für ihre Unterschenkel bekommen und kann mit ihrer gesunden Hand die Prothesenfüße schon maniküren. Ihre Narben werden ihr bleiben, ihre Nieren funktionieren nicht mehr – ständige Dialyse und das Warten auf eine Nierentransplantation sind ihr Alltag geworden. Erst dann wird ihr Körper wieder lernen, zu arbeiten.

Aber die dramatischen Veränderungen ihres Körpers ändern nichts an ihrem gutmütigen Charakter. Sie ist dankbar, dass sie weiß, wie schnell man in Gefahr geraten kann, ohne es zu ahnen – und dass man alles überleben kann. Sie ist am Leben – manch andere Menschen haben viel mehr verloren. Es sind verständliche Fehler, die sich machte – wer hat nicht schon gedacht, dass diese Grippe einfach vorbei geht und man sie nur aussitzen muss. Charlotte möchte andere über diese Krankheit aufklären. Deshalb setzt sie sich für Meningitis Now ein, eine Organisation, welche sich der Forschung der Krankheit verschrieben hat.

Man kann sich gegen Meningitis impfen lassen, zumindest bei den vier aggressiven Stämmen ist das eine Hilfe. Aber wenn es doch ausbricht, sollte man die Symptome kennen:
• Steifer Nacken
• Lichtempfindlichkeit
• Übelkeit und Erbrechen
• Kalte Hände und Füße
• Plötzliches hohes Fieber
• Starke Kopfschmerzen
• Verwirrung oder Desorientierung
Zum Glück kann es gut behandeln, wenn man es rechtzeitig erkennt. Wenn du mehr erfahren willst, geh auf diese Seite: Netdoktor.

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Quelle LittleThings

 

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